Title: Aktuelles
Subtitle: Neuigkeiten und Einsätze
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12.8.2011 Tegelbergbahn

Schwangau - Ein Gleitschirmunfall, der sich am Freitag gegen 13 Uhr ereignet hatte, war Auslöser für eine aufwendige Rettungsaktion. Der 54-jährige Pilot des Tandemgleitschirms war aus noch nicht abschließend geklärter Ursache mit dem Tragseil der Bergbahn kollidiert. Bei diesem Luftunfall verfing sich der Schirm etwa 50 Meter von der Bergstation entfernt im Seil der Bergbahn, die umgehend ihren Betrieb einstellte. Sowohl der in der Schweiz wohnhafte Pilot, als auch sein Fluggast konnten bis 15:00 Uhr von Angehörigen der Bergwacht unter Einsatz des Rettungshubschraubers Christoph 17 geborgen werden. Der Pilot, der bereits seit 17 Jahren die Berechtigung zum Fliegen von Luftsportgeräten besitzt, als auch sein 35-jähriger Fluggast erlitten bei dem Vorfall leichte Verletzungen, die jedoch keine stationäre Aufnahme in einem Krankenhaus erforderten.

 

Im Rahmen eines Bergeversuchs des Schirms wurde festgestellt, dass die Seile der Bergbahn verheddert waren, so dass weder der Schirm geborgen werden konnte, noch eine Wiederinbetriebnahme der Bahn möglich war. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 132 Besucher auf der Bergstation. In der im oberen Drittel der Bahnstrecke befindlichen Gondel waren 19 Fahrgäste und der Gondelführer, in der im unteren Drittel befindlichen Gondel saßen 30 Personen fest.

 

Im Anschluss an die Bergung der beiden Männer wurde damit begonnen, die auf der Bergstation befindlichen Personen ins Tal zu fliegen. Zeitgleich wurden Bergretter vom Hubschrauber aus auf der unteren Gondel abgesetzt. Im Anschluss konnten die 30 Insassen dieser Gondel über ein Seil aus einer Höhe von rund 70 m auf den Boden abgeseilt werden. Bei dieser ersten Rettungsaktion waren 4 Hubschrauber der Bayerischen Polizei, 2 Rettungshubschrauber Christoph, 1 Hubschrauber der Bundespolizei sowie 1 SAR der Bundeswehr eingebunden.

 

Ein noch in den späten Nachmittagsstunden unternommener Versuch mittels Abseilen aus dem Hubschrauber zu den Personen in der oberen Gondel zu gelangen musste aufgrund der Windverhältnisse an dieser Stelle erfolglos abgebrochen werden. Die Gondel befand sich rund 100 m über den Grund. Zudem wurde erneut geprüft, ob die Gondeln wieder in Betrieb genommen werden könnten. Dies stellte sich als undurchführbar heraus.

 

Die Witterungsverhältnisse verbesserten sich auch bis zum Einbruch der Dunkelheit nicht so weit, dass eine Luftrettung möglich war. Darum mussten die 20 Passagiere im Alter von 4 bis 75 Jahren für die Nacht versorgt werden. Ein Bergretter, der mit Hilfe eines Seilfahrgerätes zu der Gondel gelangte, brachte Lebensmittel, Decken und Spielsachen für die Kinder in die Gondel. Zu den Festsitzenden bestand Funkkontakt. Ein Notarzt verbrachte die ganze Nacht auf dem Stützpfeiler der Bahn, um im Falle einer medizinischen Notlage möglichst schnell zu der Gondel zu gelangen. Trotz der unangenehmen Lage war die Situation in der Gondel, insbesondere auch aufgrund des besonnenen Verhaltens des Gondelführers, entspannt.

 

Während der Nacht wurde begonnen zwei unterschiedliche Rettungsvarianten vorzubereiten: Zum einen das Abseilen aus der Gondel, das aufgrund des sehr steilen felsigen Geländes unterhalb der Gondel sich sehr komplex gestaltet hätte, zum anderen eine Luftrettung mittels Hubschrauber, die nur bei günstigen Witterungsverhältnissen möglich ist.

 

Während dieser Vorbereitungsphase gelangten zwei weiter Bergretter über das Seilfahrgerät zur Gondel. Kurz vor 6 Uhr gelangte ein Dritter durch eine Abseilaktion vom Hubschrauber aus auf das Gondeldach. Aufgrund der Witterungslage wurde entschlossen, die Passagiere durch eine Luftrettung aus ihrer misslichen Lage zu retten. Um 6 Uhr flog der erste Polizeihubschrauber „Edelweiß 7“ die Gondel an. Mit dem ersten Flug konnten über eine Windenrettung zwei Männer geborgen werden, mit dem zweiten Flug des Polizeihuschraubers „Edelweiß 1“ vier Kinder. Durch diese enge Zusammenarbeit der Luftretter der Bergwacht und der Besatzungen der Polizeihubschrauber konnten in einem Zeitraum von zwei Stunden durch die abwechselnden Flüge der beiden Hubschrauber, die nur durch eine Tankpause unterbrochen waren, alle Personen geborgen und sicher ins Tal gebracht werden. Sämtliche Gondelinsassen hatten die Nacht unverletzt überstanden und wurden unter anderem durch Kriseninterventionsteams des BRK und der Bergwacht im Nachgang betreut.

 

Bei dieser Bergungsaktion waren folgende Kräfte teilweise ab Beginn im Einsatz: 85 Angehörige der Bergwacht, 2 Notärzte, 68 Kräfte des BRK, 16 Angehörige des THW, 47 Feuerwehrleute sowie 34 Einsatzkräfte der Polizei, darunter 5 Mitglieder der Alpinen Einsatzgruppe. Zusätzlich zu den beiden Polizeihubschraubern leistete ein Hubschrauber der Bundespolizei Unterstützung beim Ausfliegen von Einsatzkräften und Technikern die sich noch auf der Bergstation bzw. auf dem Stützpfeiler befanden.

 

Die Insassen der Gondel stammten aus folgenden Regionen: 3 x Landkreis Schwäbisch-Hall, 3 x Lkr. Biberach, 1 x Neckar-Odenwald-Kreis, 3 x Lkr. Recklinghausen, 3 x Lkr. Paderborn, 3 x Lkr. Augsburg, 1 x Lkr. Günzburg, 2 x Lkr. Ostallgäu, 1 x Lkr. Landsberg am Lech,

 

Seitens der Polizeiinspektion Füssen wird wegen einem Gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr sowie wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht bekannt, wann die Bergbahn wieder ihren Betrieb aufnehmen kann. Neben der Bergung des Gleitschirms und dem Entwirren der Seile wird aufgrund des Vorfall auch eine technische Inspektion erforderlich.

 

 


3. Juli 2011 Bergsteigerinnen mit Hubschrauber gerettet ...


Füssen / Schwangau. Trotz des nicht sehr einladenden Bergwetters am vergangenen Wochenende hatten die Bergretter aus Füssen und Kaufbeuren am Sonntag alle Hände voll zu tun. Gegen 14.00 Uhr wurde der Einsatzleiter der Bergwacht Füssen am Sonntag von der Leitstelle Allgäu über eine abgestürzte Bergsteigerin am Tegelberg Gratweg informiert. Nach dem Rückruf an der Unfallstelle war schnell klar, dass die verunfallte Bergsteigerin eine ärztliche Versorgung benötigt. Die 54 Jährige aus dem Allgäu stolperte an einer steilen Spitzkehre auf dem Wanderweg entlang des Westgrats zum Tegelberg und stürzte rund 15 Meter im grasigen Steilgelände ab. Dabei zog sie sich Verletzungen am Kopf zu. Zur Versorgung wurden sofort drei Bergretter aus Kaufbeuren und Füssen vom Tegelberg an die Unfallstelle geschickt, da es zu diesem Zeitpunkt aufgrund der hohen Unfalldicht im Gebirge werde in Tirol noch im Allgäu einen freien Rettungshubschrauber gab. So ließ sich der Einsatzleiter die nächste frei werdende Maschine „reservieren“. Der Rettungshubschrauber RK 2 aus Reutte kam dann zurück in den Raum Füssen und wurde für die Taubergung am Gratweg vorbereitet, als der Einsatzleiter der Bergwacht Füssen einen neuen Einsatz mit Absturz am Säuling herein bekam. Schnell war klar, dass die zeitweise bewusstlose Bergsteigerin mit schweren Verletzungen Vorrang hatte. So wurde ein Luftretter der Bergwacht Füssen mit Notarzt an der Unfallstelle 100m unterhalb der Säulingwiese abgesetzt. Nach der Versorgung wurde die 67 jährige Bergsteigerin aus München mit dem Bergetau ins Krankenhaus Füssen geflogen. Während dessen flogen Notarzt und Luftretter Nummer zwei aus Füssen die Unfallstelle am Gratweg an und bargen die Patientin ebenfalls mit dem Tau und brachten sie ins Krankenhaus Pfronten.

 

Am Montagnachmittag eilten die Füssener Bergretter zu einer Schulterverletzung in die Pöllatschlucht und halfen einer verletzten Wanderin. Im Anschluss galt es noch ein Sprunggelenk am Rohrkopf zu holen.

 


 

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