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2. September 2006 - Paralelleinsätze


Am 9. September 2006 wurde der Einsatzleiter der Bergwacht Füssen wegen zweier verstiegener Bergsteiger alarmiert. Das Ehepaar aus Paderborn hatte sich im Bereich Mühlberger Älpele / Pechkopf bei Schwangau derart verstiegen, dass es selbst nicht mehr aus dem steilen und weglosen Gelände kam. 3 Stunden benötigten Bergretter aus Füssen und Kaufbeuren, bis Sie das Ehepaar samt Hund fanden und ins Tal bringen konnten.

Kurz nach Aufbruch zu der Vermisstensuche kam ein neuer Einsatz rein. In der Gelben Wand am Tegelberg befände sich eine erschöpfte Bergsteigerin. Der Einsatzleiter stellte eine zweite Rettungsmannschaft zusammen und zwei Bergretter machten sich vom Tegelberghaus auf den Weg zur Unfallstelle. Nach einem erweiterten Meldebild durch Retter vor Ort, war klar, dass es sich um eine lebensbedrohliche Situation handelte. Ein Hubschrauber wurde nachgefordert. Der RK 2 aus Reutte flog einen Bergretter und Notarzt mittels 60 - Meter Tau an die Unfallstelle. Die 56 Jährige Bergsteigerin wurde durch Bergwacht und Notarzt versorgt und mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus Füssen geflogen.


21. August 2006 - Bergsteigerin stürzt in Pöllatschlucht ab



Foto: Hannes Buckdorfer

Schwerste Wirbelsäulenverletzungen erlitt eine 36 jährige Bergsteigerin bei dem Versuch einer fünfköpfigen Familie in der Pöllatschlucht bei Schwangau auszuweichen. Die Frau aus Sachsen war mit ihrem Begleiter auf dem alpinen Eisensteg in der Pöllatschlucht unterwegs als ihr eine fünköpfige Familie mit Kinderwagen auf dem engen Steg entgegenkam. Sie wich zur Felswand hin aus, rutschte dabei an der Felswand ab und stürzte 6 Meter in die Tiefe in das mit großen Felsblöcken durchsetzte Bachbett der Pöllat. Andere Zeugen alarmierten sofort die Bergrettung und aufgrund der genauen Angaben konnte der Einsatzleiter der Bergwacht Füssen sofort einen Notarzt anfordern, der die Unfallstelle zu Fuß erreichen konnte. Leider war ein Bergen der schwerverletzten Frau mittels Hubscharuber schwer möglich, da das Felsgelände hier überhing und ein Anfliegen mit Winde nur schwer möglich ist. So ließen die Bergretter die Gebirgstrage mittels Seil über den Eisensteg ab und transportierten die Verletzte mittels Targe ab. Dabei wurde die Gebirgstrage durch das Blockgelände gesichert.

 

Lobenswert ist die Hilfsbereitschaft einiger weniger Passanten, die durch ihr klares Meldebild für einen reibungslosen und zügigen Bergrettungseinsatz sorgten. Unverständlich ist den Bergrettern das Begehen dieses Steges mittels Kinderwagen.

 


Einsatzbereitschaft rund um die Uhr ...



Die Einsatzleiter der 36 Einsatzbereiche leiten und begleiten eigenverantwortlich die Einsätze der Bergwacht Bayern. Sie sind ständig verfügbar, entsprechend ausgebildet und ausgerüstet. Sie haben die Ausbildungsreihe für Einsatzleiter durchlaufen und absolvieren regelmäßig die erforderlichen Sicherheitsunterweisung. Sie stehen ebenso  wie die Mitglieder der Bergwacht Bayern grundsätzlich für Rettungseinsätze zur Verfügung.

Im Einsatzgeschehen beurteilen sie gemeinsam die Situation auf Grundlage der verfügbaren Informationen und entscheiden über geeignete Vorgehensweisen. Einsätze mit überhöhtem Risiko und Einsätze wider die Vernunft werden nicht durchgeführt. Die Einschätzung treffen die Einsatzkräfte vor Ort auf Grundlage ihrer Ausbildung, Erfahrung und persönlicher Situation nach bestem Wissen und Gewissen.

Das Bayerische Innenministerium hat jene Bergwachtbereitschaften, welche ein erhöhtes Einsatzaufkommen und ein großräumiges Einsatzgebiet haben, und somit einen Einsatzleitbereich betreuen, mit geländegängigen Fahrzeugen ausgestattet. So soll die Idee, den Einsatzleiter schnell und unproblematisch in alle Ecken des Dienstgebietes schicken zu können oder ihn vom Hubschrauber abholen zu lassen, optimiert werden. Dafür ist das Auto mit diversen Funkgeräten, Mobiltelefon und Flugfunk, sowie der notwendigen persönlichen Ausrüstung des Einsatzleiters ausgestattet. 

Vom Einsatzablauf ändert sich für die Füssener Einsatzleiter nichts, denn diese mussten zuvor schon diese Mobilität und Erreichbarkeit erfüllen. Neu ist lediglich der Wechsel vom Privatauto auf ein Dienstfahrzeug.

 

 


15. Juni 2006 - Einbruch Schloss Hohenschwangau

Während einer rassanten Verfolgungsjagd des SEK des Landeskriminalamtes, die auf der Spur dreier Einbrecher im Schloss Hohenschwangau waren, stürzte ein SEK - Beamter im feldurchsetzten Gelände ab. Er musste mit Hilfe der Bergwacht Füssen vesorgt und geborgen werden. Der Rettungshubschruuber der Bundeswehr (SAR) aus Penzing flog den schwerverletzten Polizeibeamten ins Krankenhaus nach Murnau.


15. Mai 2006 Zwei Bergsteigerinnen rutschen über Schneefeld ab ...

Am 15. Mai waren zwei Bergsteigerinnen auf dem Gratweg unterwegs als eine der beiden Damen unterhalb der Tegelbergbahn / oberhalb der gelben Wand auf dem über 30 Grad steilen Schneefeld ausrutschte. Glück im Unglück hatte die 39 Jährige, als sie an einem Baum hängen blieb und nicht weiter in die Tiefe rutschte. Ihre Mutter rutschte bei dem Versuch zu helfen ebenfalls ab und zog sich eine schwere Armverletzung zu. Beide Damen wurden zum Tegelberg hinauf gebracht und von dort per Seilbahn ins Tal gefahren. Leider hatten beide Bergsteigerinnen, die aus Cuxhaven stammen, kein geeignetes Schuhwerk.

Das Queren von Schneefeldern ist in den Vormittagsstunden im Frühsommer ein anspruchsvolles Unternehmen und erfordert eine gute Ausrüstung und geeignetes Schuhwerk !

 


Gleitschirmflieger stürzt am Tegelberg ab ...

Am 14. März 2006 stürzte gegen 11.15 Uhr ein 19 Jähriger Gleitschirmpilot am Tegelberg beim Startversuch an der Startrampe ab und schlug mit seinem Kopf gegen einen Baum. Dabei zog er sich schwere Verletzungen im Kopf - und Halswirbelbereich zu. Mit Hilfe des Rettungshubschraubers Christoph Murnau wurde ein Notarzt und zwei Bergretter aus Füssen an der Unfallstelle abgesetzt. Der Skiwachtmann und ein weiterer Bergretter waren bereits an der Unfallstelle. Nach der Versorgung des Unfallopfers wurde der Pilot mittels Winde geborgen und in das Unfallkrankenhaus nach Murnau geflogen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 







Lawineneinsatz Branderschrofen - 19.01.2006




Foto oben: Unfallstelle
Foto unten: Rinne, in die bei der Abfahrt über die Nordwand eingestiegen werden muss.

Am Donnerstag den 19. Januar 2006 wurde die Bergwacht Füssen gegen 15.20 Uhr von der Rettungsleitstelle in Kempten alarmiert. Am Branderschrofen im Bereich der Tegelberg- hauptabfahrt ist eine Lawine abgegangen. Vier Snowboarder im Alter von 15 und 16 Jahren sind bei der Befahrung der Branderschrofennordwand von einem Schneebrett erfasst worden. Schnellstmöglich wurde die Unfallstelle auf das "Grüble" eingeschränkt mittels Hubscharuber RK 2 aus Reutte überflogen und eingegrenzt. Wenige Minuten später konnte der Rettungshubschrauber Christoph 17 bereits den ersten Hundeführer der Bergwachthundestaffel Allgäu absetzen. Kurz darauf folgte ein Polizeihundeführer. In kurzer Zeit waren bis zu 20 Bergretter, 5 Hundeführer und drei Hubschrauber pausenlos im Einsatz einen verschütteten Snowboarder zu suchen. Die Polizei unterstützte den Einsatz mit einem Hubschrauber und 3 Einsatzkräften am Berg. Zahlreiche weitere Bergretter standen im Tal auf Abruf am Landeplatz bereit. Viele Skifahrer halfen Anfangs auf der Lawine mit, ohne zu wissen, dass über ihnen noch Schnee für eine Nachlawine lag.

Ein Snowboarder wurde ganz verschüttet, drei weitere Snowboarder der vierköpfigen Gruppe blieben unverletzt. Zwei von ihnen waren teilverschüttet. Der 50 cm tief verschüttete 15 Jährige Snowboarder wurde nach rund 70 Minuten von einem Hund der Bergwachthundestaffel Allgäu lokalisiert und anschließend ins Krankenhaus Innsbruck geflogen, wo er am Folgetag verstarb. Alle vier Snowboarder der Gruppe befanden sich zum Unfallzeitpunkt gleichzeitig in dem über 39 Grad steilen Nordhang. Am Unfalltag herrschte Lawinengefahrenstufe 4. Keiner der Variantenfahrer war mit einem VS-Gerät ausgestattet.

Ein besonderer Dank gilt all den zivilen Helfern an der Unfallstelle und der Bundeswehr, die die Bergwacht spontan und tatkräftig unterstützten.

 

Lawinengefahr ... (hier klicken)

 

Unfallgeschehen laut Lawinenwarndienst (hier klicken)