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Wintersport in der Bleckenau

In den Nachkriegsjahren etablierte sich die Bleckenau zu einem kleinen "Wintersportzentrum". An den Wochenenden machten sich die Wintersportler aus der Region auf den Weg in die Bleckenau. Viele von ihnen übernachteten damals schon auf der Alpenvereinshütte oder kehrten im Berggasthaus "Schweiger" ein. Sei es die rassante Abfahrt mit dem Schlitten bis nach Hohenschwangau auf dem damals noch unbefestigten Fahrweg oder einer der vielen Skiunternehmungen in Richtung Kreuzspitze, Ochsenkopf, Dürrenberg oder Krähe und Blässe.

 

Wenn man in der Chronik der Bergwacht blättert trifft man auf Berichte von Zeitzeugen, die damals schon das "rücksichtslose" Verhalten der abfahrenden Skifahrer im Bereich Engstelle Altenberger Alm und Kesselbrücke aufmerksam machten. So gab es auch in den 50er Jahren schon "Skirowdies", die die "aufsteigenden Skifahrer und Touristen gefährdeten". Zeitzeugen berichten von pistenähnlichen Skiabfahrten von den Skigipfeln der Bleckenau, was doch ein Zeichen für eine Vielzahl von Skifahrern war.

 

Für die jüngeren Generationen sei hier erwähnt, dass in den 50er und 60er Jahren das Skifahren nicht in Tourengehen und Pistenfahren unterteilt wurde. Alle betrieben den Skisport im Aufstieg und in der Abfahrt. Wer abfahren wollte, musste zuerst Aufsteigen.

 

Doch mit dem Bau der Liftanlagen wurde der Skisport einer breiteren Bevölkerungsschicht zugänglich gemacht. Im Füssener Land etablierte sich der Skisport auch mit dem Bau der Tegelbergbahn. Schon Jahre vorher gab es in der Bleckenau einen Tellerlift, wie man ihn heute noch in französischen Wintersportgebieten vorfindet, auf der freien Fläche südlich der Alpenvereinshütte.

 

Zu einem gesellschaftlichen Großereignis etablierte sich in den 50er und 60er Jahren der "Schertellauf", der auch heute noch je nach Schneelage durchgeführt wird. Ein Skirennen, bei dem die Teilnehmer erst auf den Ochsenkopfgipfel laufen mussten um dann schnellstmöglich das Ziel in der Bleckenau zu erreichen.

 

Wer heute in der Bleckenau Skitouren unternimmt genießt die Ruhe und Einsamkeit, trifft dabei eventuell den Staatsjäger oder den Tagesbeobachter des Lawinenwarndienstes. Vereinzelt legen Schneeschuhgänger eine Spur in Richtung Kofelalm. Ansonsten ist es beim Spuren durch den Schnee kaum vorstellbar, dass hier einst "Wintersportrummel" herrschte. Lediglich die Gipfel, die aus dem Ammerwald erreicht werden können, haben auf diesen Anstiegen eine starke Begehung.