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1.11.2008 Bergsteiger stürzt am Branderschrofen ab



Am Samstag den 1.11.2008 wurde kurz vor Einbruch der Dunkelheit der Einsatzleiter der Bergwacht Füssen von der Polizei Füssen alarmiert. Im Bereich Branderschrofen Tegelberg wird ein 64 – jähriger Bergsteiger von seiner Frau vermisst. Nach Absprache mit der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei und einem detaillierten Meldebild entschied man sich für die Suche aus der Luft mittels Polizeihubschrauber Edelweiß, der eine Wärmebildkamera an Bord hat. Parallel dazu waren drei Hundeteams der Lawinenhundestaffel Allgäu mit ortskundigen Bergrettern aus Füssen mit der Tegelbergbahn und zu Fuß unterwegs im primären Suchbereich rund um den Barnderschrofen und auf den klassischen Abstiegswegen unterwegs. Unterstützt wurde die Suchaktion von zwei Teams der Bergwacht Peiting, die von Halblech aus über das Lobental und die Wanderweg in Richtung Tegelberg und Schwangauer Kessel abliefen. In der Nacht kam dann noch ein Hubschrauber der Bundespolizei mit großem Suchscheinwerfer zum Einsatz. Nachdem die nächtliche Suche erfolglos war, einigten sich Polizei und Bergwacht auf eine erneute Suche am Sonntagmorgen. Schon früh trafen sich 30 Bergretter mit der Lawinenhundestaffel Allgäu, der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei und Polizeihundeführer an der Tegelbergbahn. Wieder machten sich die Suchmannschaften auf den Weg, das alpine Gelände, abseits der Wege, zu durchforsten. Auch die Bergwacht Peiting unterstützte die Suche wieder von der Ostseite. Der Polizeihubschrauber ergänzte die Bodenteams mit einem ortskundigen Bergretter aus der Luft. Schon bald wurde der vermisste Bergsteiger auf der Nordostseite des Branderschrofens Tod aufgefunden. Polizei und Bergwacht gehen davon aus, dass der Bergsteiger aus dem Raum Donauwörth beim Versuch den Branderschrofengipfel in Richtung Osten zu überschreiten, abgestürzt ist. Die Bergung des verunglückten Bergsteigers aus dem kritischen Absturzgelände erfolgte mittels Windenbergung durch den Polizeihubschrauber, die Bergwacht und die Alpine Einsatzgruppe der Polizei.


19.10.2008 Bergsteigerin am Gratweg



Das herbstliche Bergwetter mit traumhafter Fernsicht lockte in den vergangenen Tagen zahlreiche Bergsteiger und Wanderer in die Ammergauer Berge rund um Füssen und Schwangau. So blieben die Bergunfälle auch nicht aus. Mehrmals rückten die Bergretter aus Füssen in den vergangenen Tagen aus um verunfallte Wanderer und Bergsteiger im Bereich Tegelberg Rohrkopfhütte, Ilgmösle und Schutzengelweg sowie vom Säuling zu retten. Meist hatten sich die Bergsteiger dabei am Sprunggelenk verletzt.

Am Sonntagnachmittag (19.10.2008) verletzte sich eine 46–jährige Bergsteigerin auf dem Weg vom Tegelberg zur Marienbrücke im Bereich Neideck in schwer zugänglichem Gelände so schwer, dass sich der Einsatzleiter der Bergwacht Füssen nach dem Rückruf an der Unfallstelle für eine Hubschrauberrettung entschied. Mit Unterstützung des Rettungshubschraubers RK 2 aus Reutte wurde in Füssen ein ortskundiger Bergretter aufgenommen um die Einsatzstelle abzuklären. Da hier ein Aussteigen der Retter nicht möglich war, wurde das Rettungsteam nach einer Zwischenlandung mit dem Tau an die Einsatzstelle geflogen. Der Notarzt versorgte die Bergsteigerin, die dann im dem Bergesack ins Krankenhaus Füssen geflogen wurde.

„In den Höheren Lagen ist mit feuchten Wegen und Schneeresten zu rechnen. Hier ist gutes Schuhwerk unabdingbar. Ebenso müssen sich die Bergsteiger auf die kürzer werdenden Tage und die herbstlichen Temperaturen im Gebirge einstellen.“

 


27.5.2008 Bergsteigerin in der Gelben Wand gerettet



Foto: CH 17 mit Bergetau im Anflug an die Unfallstelle

Am Dienstagnachmittag wurde die Bergwacht Füssen von der Rettungsleitstelle über einen Bergunfall im Bereich Tegelberg informiert. Nach dem Rückruf an der Unfallstelle durch den Einsatzleiter konnte die verunglückte Bergsteigerin detailliert befragt werden und ihren Unfallort beschreiben. Bald war klar, dass sie sich unmittelbar am Einstieg der Gelben Wand befinden musste. Drei Bergretter machten sich zu Fuß auf den Weg zur Unfallstelle. Aufgrund der hohen Temperaturen und des unwegsamen Geländes entschieden sich die Bergretter für eine schonendere Rettung aus der Luft. Die 70-Jährige Dame aus Kempten war ausgerutscht und hatte sich das Sprunggelenk luxiert. Die Bergwacht Füssen schiente sie und ließ sie anschließend mit einer neuartigen Taubergung aus dem steilen Gelände unmittelbar unter der Seilbahntrasse herausfliegen. Die hohen Temperaturen machten nicht nur den Bergrettern zu schaffen, auch der Rettungshubschrauber Christoph 17 war aufgrund der warmen Luft am seiner Leistungsgrenze, so dass hier ein sehr vorausschauendes und sorgfältiges Arbeiten der Bergretter und der Hubschrauberbesatzung notwendig war. Hier galt es stets Seilbahntrasse, Felswände und Baumwipfel im Blick zu behalten.


24.5.2008 Drachenflieger am Säuling kollidiert / Familie gerettet




Foto: BW Füssen

Füssen / Schwangau. Bereits in der vergangenen Woche war die Bergwacht Füssen mehrmals in den Ammergauer Bergen unterwegs um verunfallte Bergsteiger und Gleitschirmflieger zu retten. Dabei wurde eine fünfköpfige Familie aus Bergnot gerettet, die sich vom Tegelberg auf dem Südabstieg in Richtung Bleckenau befanden. Vater und Mutter, sowie deren drei Kinder mussten aus bis zu 40 Grad steilem Gras- und Schrofengelände auf der Tegelbergsüdseite mit Seilen über 250 Meter aus ihrer äußerst prekären Situation befreit werden. Die Familie hatte auf dem Abstieg den markierten und mit Altschneeresten bedeckten Weg verlassen und sich in Absturzgelände begeben. Besonders erschwerend bei der dreistündigen Rettungsaktion war die Lokalisierung der Verstiegenen, da sie aufgrund fehlender Ortskenntnis ihren Standort nur schwer beschreiben konnten.

 

Die Bergwacht weißt darauf hin, dass in den Bergen immer noch große Altschneefelder vorhanden sind, die die markierten Wege teilweise überdecken und in den Morgenstunden noch hart gefroren sind. Diese Verhältnisse sind gerade bei höher gelegenen bzw. alpinen Klettersteigen zu beachten und können sehr schnell zu massiven Schwierigkeiten führen. Die Seilversicherungen und Steiganlagen sind teilweise noch eingeschneit und können somit nicht genutzt werden. Die bei aperen Bedingungen als leicht eingestuften Passagen sind mit einer Schneeauflage oft sehr heikel und ungleich schwieriger zu überwinden. Die Ausrüstung und die Tourenplanung muss den Verhältnissen angepasst werden.

 

Am Samstag beobachteten zahlreiche Wanderer den Zusammenstoß zweier Drachenflieger im Bereich Säuling. Bei der Recherche durch den Einsatzleiter der Bergwacht Füssen und die Polizei wurde der Verdacht auf den Absturz der zwei Drachenflieger bestätigt. Ein dritter Drachenflieger sah diesen Kollisionsunfall und setzte zu einer beispielhaften Landung im Bereich Grenzerhütte an um dann den zwei Verunfallten zu helfen. Über ihn bekam die Bergwacht auch die Informationen über die Situation an der Unfallstelle. Beide Piloten konnten den Notschirm ziehen und landeten unverletzt. Zwei Rettungsteams machten sich auf den Weg in Richtung Pilgerschrofen, wo das zum Teil schwer beschädigte Fluggerät aus schwierigem Gelände durch die Bergwacht Kaufbeuren und die Bergwacht Füssen noch vor Einbruch der Dunkelheit geborgen werden musste.