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02.08.2017

Eine "Bergwachtwoche" im Juli

Füssen / Schwangau

Sonntag 16.07.

Am Sonntagabend, den 16.07.17 gegen 21:15 Uhr wurde der EL der BW Füssen durch die Polizei über eine vermisste Person im Bereich Tegelberg Nordseite informiert. Eine anschließende Befragung der Ehefrau des Vermissten ergab folgende Situation:

Ein Ehepaar wanderte am Vormittag vom Tal aus über die Drehhütte zum vorderen Mühlberger Älpele und besuchte dort die an diesem Sonntag stattfindende Bergmesse. Nach der Messe trennten sich die beiden. Die Ehefrau ging über den gleichen Weg, den sie vormittags aufgestiegen waren, wieder zurück zur Drehhütte. An der Hütte wollte sich das Ehepaar wieder treffen. Am ausgemachten Treffpunkt kam der 60-jährige jedoch nicht an. Nach längerem Warten auf der Drehhütte stieg die Frau alleine ins Tal ab. Da er jedoch auch im Umkreis des geparkten Autos nicht aufzufinden war, alarmierte die Frau dann die Polizei und die Bergwacht.

Der Einsatzleiter der BW Füssen klärte mit der Polizei nun das weitere Vorgehen. Weitere Bergretter und die alpine Einsatzgruppe der Polizei wurden alarmiert. Drei Suchtrupps starteten zu Fuß die Suche nach dem Vermissten Bergsteiger. Der Polizeihubschrauber flog mit Wärmebildkamera parallel dazudas Einsatzgebiet ab. Eine Suchmannschaft bemerkte in der Dunkelheit auffällige Reflexionen im Scheinwerferlicht im Bereich des Franziskanergrabens. Die beiden Bergretter stiegen zu der Stelle ab und entdeckten dort den Vermissten. Der Verunglückte war vermutlich vom Weg abgekommen und dort abgestürzt. Durch die schweren Verletzungen konnte der Bergwacht Notarzt jedoch nur noch der Tod des Mannes feststellen.

 

Montag 17.07.

Am Montag, den 17.07.17 wurde gegen 21:10 Uhr die Bergwacht Füssen alarmiert. Zwei chinesische Touristinnen wurden vermisst, da sie sich nicht mehr in ihrer Unterkunft in Schwangau zurückgemeldet hatten. Eine Recherche ergab, dass die beiden am Vormittag die beiden Schlösser in Hohenschwangau besucht hatten und anschließend noch ein Tour auf den Tegelberg geplant hatten. Obwohl die beiden sehr schlecht ausgerüstet waren und die Vermieterin von der Tour abgeraten hatten, machten sich die beiden scheinbar auf den Weg und waren bis zum Abend noch nicht wieder zurück im Tal. Kurz nachdem der Einsatzleiter der Bergwacht Füssen weitere Bergretter alarmiert hatte, um eine Suchaktion einzuleiten, trafen die beiden Touristen um 22:45 Uhr unversehrt an ihrer Unterkunft ein. Sie waren tatsächlich über den Gratweg auf den Tegelberg gestiegen, hatten jedoch die letzte Talfahrt der Tegelbergbahn verpasst und mussten so zu Fuß ins Tal absteigen. Sichtlich gezeichnet kamen sie jedoch schließlich doch sicher ins Tal und den Bergrettern blieb eine weitere nächtliche Suche erspart.

 

Dienstag 18.07.

Ein älteres Ehepaar wurde am späten Nachmittag am Schutzengelweg vom Gewitter überrascht und durchnässt und erschöpft von drei Bergrettern sicher mit dem Rettungsfahrzeug ins Tal gebracht. Die beiden 76 und 77 Jahre alten Münchener blieben glücklicherweise unverletzt.

 

Mittwoch 19.07.

Um 17 Uhr ging der alpine Notrof bei der Bergwacht Füssen ein. Eine Wanderin war unweit des Hornburgsattels gestürzt und hatte sich am Knöchel verletzt. Die Bergwacht rückte mit dem Rettungsfahrzeug aus versorgte die Verunfallte und brachte sie ins Tal. Es handelte sich zum Glück nur um eine Verletzung am Sprunggelenk.

Die Bergretter waren gerade wieder in der Rettungswache am Krankenhaus Füssen angekommen, als ein weiterer Einsatz gemeldet wurde. Zwei Personen sind auf halbem Weg im Abstieg in der „gelben Wand“ und kommen nicht mehr weiter. Eine Sonderfahrt mit der Tegelbergbahn wurde organisiert und drei Bergretter stiegen von oben in die „gelbe Wand“ ab, um den blockierten Personen zu Hilfe zu kommen. Die beiden Urlauber aus Hamburg waren schlecht ausgerüstet und kamen weder vor noch zurück. Sie wurden mit Hilfe von Klettersteigausrüstung und zusätzlichem Seil zum Wandeinstieg begleitet und anschließend mit dem Rettungsfahrzeug ins Tal gefahren. Das Ehepaar blieb unverletzt. Ende des Einsatztages für die Bergretter war dann um 23:30 Uhr.

 

Samstag 22.07.

Am Samstagnachmittag wurde gegen 16:30 Uhr eine bewusstlose Person nach einem Fahrradsturz gemeldet. Die genaue Örtlichkeit war zunächst nicht klar, konnte aber durch einen Rückruf des Einsatzleiters bei der meldenden Person abgeklärt werden. Die Unfallstelle befand sich im Talbereich der Tegelbergbahn. Ein 76-jähriger Fahrradfahrer war bei der Abfahrt aus ungeklärter Ursache gestürzt und zog sich schwere Kopfverletzungen zu. Der Mann wurde durch die Bergretter aus Füssen und Kaufbeuren erstversorgt und anschließend mit dem Rettungshubschrauber RK 2 abtransportiert.

 

Sonntag 23.07

Gegen 10:30 Uhr wurde der Einsatzleiter der Bergwacht Füssen alarmiert. Eine Kletterin war im „Tegelbergsteig“ gestürzt und ins Klettersteigset gefallen. Nach telefonischer Rücksprache mit der Kletterin und ihrer Begleiterin konnte jedoch Entwarnung gegeben werden. Die beiden setzten ihren Weg selbständig fort.

Am Nachmittag wurde erneut der alpine Notruf abgesetzt. Ein Gleitschirmflieger am Buchenberg war abgestürzt und in einem Baum notgelandet. Der Pilot blieb unverletzt. Die Bergretter aus Füssen und Kaufbeuren brachten zuerst den Piloten sicher zurück auf festen Boden und bargen danach das Fluggerät. Der Einsatz dauerte knapp 3 Stunden. Somit ging eine ereignisreiche Woche zu Ende.