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30.04.2022

Reanimation in der Drehhütte bei Schwangau

Füssen/Schwangau:

Am Sonntag, den 24. April 2022 fiel ein 48-jähriger Mann mit Herz-Kreislauf-Stillstand in der Drehhütte im wahrsten Sinne des Wortes vom Stuhl.

Umgehend wurden, über die integrierte Leitstelle Allgäu, die Bergretter aus Füssen - und wie an den Wochenenden üblich von 2 Kameraden aus Kaufbeuren unterstützt - alarmiert. Die 2 Bergretter:innen aus Kaufbeuren verbringen Ihre Zeit an den Wochenenden in der Bergrettungswache Füssen und sind so umgehend für ihren ehrenamtlichen Einsatz, ohne eine Anfahrzeit an die Rettungswache, bereit. Zusätzlich wurde der Notarzt der Landrettung und der Rettungstransportwagen des BRK mitalarmiert.

Genau 10 Minuten nach Alarmierung waren die sehr gut ausgebildeten Bergretter, bestehend aus einer Bergwacht Notärztin und Bergwacht Rettungssanitätern aus Kaufbeuren und Füssen am Einsatzort.

Die 3 Retter übernahmen die Versorgung des leblosen Mannes und konnten Ihn innerhalb der nächsten 5 Minuten wieder zu einem eignen Herz-Kreislauf reanimieren. Hierzu wurde der Patient laufend mittels einer Herz-Druck-Massage reanimiert, mit Sauerstoff beatmet und mittels AED (Automatisierter Externer Defibrillator) 2 Mal geschockt. In der Zwischenzeit wurde der Mann durch die Bergwacht Notärztin Intubiert (Einführung eines Schlauches in die Luftröhre für eine künstliche Beatmung).

Die eintreffende Landrettung konnte den nun stabilisieren Patienten übernehmen und zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus Füssen transportieren.

Der Mann hatte gewaltiges Glück und wird nach aktuellem Stand ohne große Schäden bald wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Um die mit anwesende Frau des Patienten, welche mit in der Hütte war, sowie die Ersthelfern vor Ort, kümmerte sich der Kriseninterventionsdienst der Bergwacht Bayern mit einer Bergretterin aus Füssen.

Nun aber zu den wahren Helden dieses Einsatzes:

Die Ersthelfer vor Ort, bestehend aus einem Gast und der Hütten-Belegschaft, leisteten großartige und beispielhafte Arbeit. Beherzt und ohne zu zögern, begannen Sie die Herz-Lungen-Wiederbelebung und riefen die Leitstelle unter 112 um Hilfe. Sie führten diese Maßnahme ununterbrochen die langen 10 Minuten bis zum Eintreffen der Rettungskräfte durch.

Als medizinischer Hintergrund:

Der Hirnschaden durch eine Sauerstoffunterversorgung tritt bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand innerhalb weniger Minuten ein und ist die gefürchtete Komplikation bei Reanimationen. Auch wenn das Herz wieder zum Schlagen gebracht werden kann, verzeiht das Gehirn keine Unterversorgung mit Sauerstoff.

Deshalb ist die Laienreanimation bis zum Eintreffen der Rettungskräfte so elementar wichtig.

Diese Erfolgsgeschichte wäre ohne die hervorragende Ersthelferversorgung nicht denkbar gewesen. Es ist ein Beweis dafür, dass es unabdingbar ist, sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung zu beginnen.

Zur Veranschaulichung: Der Notruf bei der Leistelle Allgäu ging um 12:31 Uhr ein. Die Bergwacht Füssen/Kaufbeuren traf um 12:41 Uhr beim Patienten ein. Für die Bergwacht-Notärztin steht fest, dass der Patient ohne das beherzte Vorgehen der Ersthelfer keine Chance gehabt hätte. Selbst wenn man das Herz nach 10 Minuten Stillstand wieder zum Schlagen gebracht hätte, wäre ein schwerer Hirnschaden sicher gewesen.

Bei solchen Ereignissen kann man nur eines falsch machen, nichts zu tun!

 

Was ist zu tun, wenn ich eine leblose Person auffinde => siehe Schaubild