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10.04.2022

Überregionale Hubschrauber-Ausbildung der Bergwacht in Füssen

Füssen / Schwangau:

Am Samstag fand eine überregionale Hubschrauberausbildung der Bergwacht Bayern in Füssen und Schwangau statt.

Die ARA Flugrettungsstation Reutte stellte für die ganztägige Übung über Ihre Schwesterorganisation der DRF eine Maschine des Typs H145 zur Verfügung. Dieser Hubschrauber ist baugleich zum in Reutte stationierten RK2 und für diese Ausbildung perfekt geeignet, da er auch zu Einsätzen in unseren Bergen gerufen wird. So konnte neben dem Einsatzgeschehen uneingeschränkt geübt werden.

Ausgebildet wurden an diesem Tag insgesamt 16 Bergretter aus den Bereitschaften der Regionen Allgäu und Oberland. Aus dem Allgäu wurden jeweils 2 Bergretter aus den Bereitschaften, Bad Hindelang, Füssen, Pfronten und Sonthofen zum sogenannten ARS qualifiziert. ARS bedeutet Air Rescue Spezialist und ist eine neue und spezielle Qualifikation für Einsatzkräfte der Bergwacht Bayern für die Luftrettung.

Geübt wurde an vier festgelegten Punkten rund um den Alpsee in Schwangau. Trainingsinhalte waren hierbei die Rettungstechniken Kapprettung aus einem Absturzgelände sowie die Bergung mit der „schnellen Windel“. Jeder der 16 Bergretter konnte an diesem Tag alle Techniken anwenden und kam 3x als Retter an der Winde zum Einsatz. Insgesamt wurden so 48 Winschgänge mittels der am Rettungshubschrauber befestigen Außenwinde trainiert.

 

Das wechselhafte April-Wetter mit teilweise starken Schneetreiben, kalten Temperaturen, aber auch wieder sonnigen und wechselhaften Abschnitten sorgten zusätzlich noch für sehr realistische Überszenarien.

Das wechselhafte April-Wetter mit teilweise starken Schneetreiben, kalten Temperaturen, aber auch wieder sonnigen und wechselhaften Abschnitten sorgten zusätzlich noch für sehr realistische Überszenarien.

Solche Ausbildungen sind sehr wichtig, damit im Einsatzfall die Fertigkeiten verinnerlicht sind und die Sicherheit von Patienten und Rettern stets gewährleistet ist.

Für den reibungslosen und sicheren Ablauf des Trainingstages sorgten 5 Ausbilder der Bergwacht Füssen und ein Ausbilder aus der Region Allgäu.

Die Ausbildung mit der ARA war an diesem Tag eine Prämiere. Denn die ARA hat für diesen Übungstag als Partner der Bergwacht Bayern die Maschine sowie einen Piloten und zwei Bordtechnikern, aus eigenen Mitteln zur Verfügung gestellt.

Im Anschluss an das Training zogen die Bergretter, die Ausbilder sowie die Hubschreibercrew Resümee und es wurden die Feinheiten besprochen, welche noch verbessert werden könnten.

Insgesamt waren alle Beteiligten mit der effektiven und lehrreichen Ausbildung in Füssen und dem Hubschrauber „RK2“ aus Reutte sehr zu zufrieden und die Ausbilder konnten den Teilnehmern einen sehr hohen Wissensstand und Beherrschen der Verfahren bescheinigen.

Es wurde in Aussicht gestellt diesen Ausbildungstag in Füssen zu etablieren und jedes Jahr in dieser Weise stattfinden zu lassen, was die Organisatoren sehr freut.

Erläuterung der Rettungsverfahren:

Kapprettung:

Rettung eines Kletterers mit einem funktionsfähigen Klettergurt, welcher mit einer Kapprettungsschlinge durch den Bergretter aufgenommen und im Anschluss das Kletterseil gekappt (durchschnitten) wird. Dieses Verfahren ist zwar in der Praxis selten muss aber im Ernstfall beherrscht werden, da es für die Maschine eine „gefesselt“ Situation gibt, was bedeutet, dass der Hubschrauber für eine gewisse Zeit fest an den Boden gebunden ist.

„Schnelle Windel“:

Dieses Verfahren beschriebt die Rettung von Personen bei welcher der Retter im Windenhaken der Rettungswinde verbleibt und möglichst schnell dieser Person ein Rettungsdreieck anlegt um ohne die beschriebene „gefesselt“ Situation geborgen zu werden. Auch dieses Verfahren ist selten, muss aber ebenso wie die Kapprettung durch die ARS der Bergwacht Bayern für den Ernstfall beherrscht werden.

Einen großen Dank an die ARA Flugrettung für das möglichmachen dieses Trainingstages!