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24.07.2022

Bergwaldbrand am kleinen Zunderkopf - enge Zusammenarbeit mit der Feuerwehr

Füssen/Schwangau:

Am Donnerstag 21.07.2022 wurden gegen 15:00 Uhr die Feuerwehr Schwangau sowie die Bergwacht Füssen mit dem Stichwort B2 Brand Wald im Bereich Zunderkopf Bleckenau alarmiert. Vor Ort konnte eine Rauchentwicklung im Gipfelbereich festgestellt werden. Da sich in dem Bereich Personen befanden, wurde neben einem Polizeihubschrauber, der in Reutte stationierte Rettungshubschrauber RK2 alarmiert. Ein Bergretter machte sich im Überflug ein Bild der Lage und konnte bezüglich der Personen Entwarnung geben. Allerdings brannte eine Fläche von ca.150qm und drohte auf eine größere Fläche überzugreifen.

Aufgrund dieser Erkenntnisse, wurde durch den Einsatzleiter der Bergwacht Füssen die Bergwacht Murnau mit dem Einsatzanhänger Natur- und Umweltschutz, 2 Fachberater Vegetationsbrand der BWB, die Bergwacht Allgäu mit dem LKLD Team, ein Tankanhänger und weitere Luftrettungsspezialisten der Bergwacht Füssen hinzualarmiert. Vom Seiten der Feuerwehr Schwangau wurden die Flughelfer der Feuerwehr Kempten nachalarmiert.

Bis ca. 21 Uhr löschten zwei 2er Teams aus Bergwacht und Feuerwehr gemeinsam den Brand. Hierzu wurden die Feuerwehrleute mittels spezieller Ausrüstung für Brandeinsätze durch die Bergwacht gesichert. Im Zuge der Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann leicht verletzt.

Um 06:00 Uhr am nächsten Morgen wurde dann zusätzlich die Flughelfergruppe der Feuerwehr Oberstdorf, die Alpine Einsatzgruppe der Polizei, ein privater Hubschrauberbetreiber sowie die Feuerwehr Füssen alarmiert. Auch Gerätschaften der Feuerwehr Pinswang / Tirol waren im Einsatz. Es wurden Behälter und Werkzeuge, Pumpen Schläuche an die Einsatzstelle geflogen.

Aufgrund der Exponiertheit des Geländes wurden in Absprache mit der Feuerwehr zunächst zwei Bergretter an die Einsatzstelle geflogen welche mit dem Einweisen der Wasserabwürfe betraut wurden. Hierzu ist zu sagen, dass Einsätze dieser Art Aufgabe der Feuerwehr sind -  vor allem aber im Gebirge ist die klassische Rollenverteilung nicht immer konsequent einzuhalten. Die Teams aus Bergwacht und Feuerwehr arbeiteten äußerst harmonisch zusammen.

Eine der Aufgaben der Bergwacht Bayern ist auch der Natur- und Umwelrschutz. So konnten durch äußerst gezielte Löschmaßnahmen beispielsweise mehrere große Ameisenhaufen gesichert werden. Durch die rasche Bekämpfung des Brandes konnte der Lebensraum von zahlreichen bedrohten Tieren und Pflanzen erhalten werden.

Nach zahlreichen sehr erfolgreichen und Wasserabwürfen kamen drei zusätzliche Teams bestehend aus Bergrettern aus Füssen, Feuerwehrlern aus Oberstdorf und einen Alpinpolizisten an die Einsatzstelle zu den bodengebundenen Nachlöscharbeiten.

Gegen 17:00 Uhr konnte Feuer aus gemeldet werden. Erwähnenswert ist die Rolle des LKLD Teams Bergwacht Allgäu. Hier liefen die Fäden zusammen, mittels Drohne mit Wärmebildkamera wurden regelmäßig Aufnahmen gemacht.

Die Fliegerische Einsatzleitung oblag den Flughelferstafeln Kempten und Oberstdorf.

Mutmasslicher Verursacher des Bergwaldbrandes war sehr wahrscheinlich ein Blitzeinschlag bei einem Gewitter in der vorangegangenen Nacht.