Sie sind hier: www.bergwacht-fuessen.de » Aktuelles 
< Erschöpfte Person am Gradweg
19.09.2018 Bergwacht Füssen / FS / CK

Einsatzreiches Wochenende am und um den Tegelberg

Füssen / Schwangau - Tegelberg: Das schöne Spätsommerwetter trieb am vergangenen Sonntag zahlreiche Bergsportbegeisterte in die Ammergauer Berge, wodurch die Bergretter der Bergwacht Füssen und Kaufbeuren ganze vier Mal zu Einsätzen ausrücken mussten.

Der erste Einsatz ereignete sich am frühen Nachmittag im mittleren Bereich des Schutzengelwegs unterhalb der Rohrkopfhütte. Eine jungen chinesische Touristin knickte im Abstieg um und zog sich eine Sprunggelenksverletzung zu. Sie wurde versorgt und mittels Gebirgstrage und Rettungsfahrzeug von vier Bergrettern ins Tal gebracht.

Gegen 15:30 Uhr wurde der Einsatzleiter der Bergwacht Füssen zum zweiten Mal an diesem Tag alarmiert. Ein 54 jähriger Kletterer setzte den Notruf ab, als er im oberen Abschnitt des Tegelbergklettersteigs mehrmals gestürzt und in sein Klettersteigset gefallen war. Er blieb dabei glücklicherweise unverletzt und konnte sich noch einige Meter bis an eine sichere Stelle weiterkämpfen. Von dort war es für den entkräfteten Kletterer jedoch nicht mehr möglich die technisch schwierige Schlusspassage selbständig zu meistern. Vier Bergretter fuhren mit der Tegelbergbahn zur Bergstation und stiegen von dort in den Klettersteig ab. Mit Hilfe eines Flaschenzuges und eines Mannschaftsseilzuges wurde der Mann bis zum Ausstieg gesichert und die letzten Meter bis auf den Weg der gelben Wand abgelassen.Während dieser Rettungsaktion wurden noch zwei weitere Bergsportler auf die gleiche Weise aus der Wand gerettet. Diese waren völlig entkräftet ebenfalls auf fremde Hilfe angewiesen. Alle drei Personen wurden anschließend auf sicherem Weg zur Bergstation und per Sonderfahrt der Tegelbergbahn ins Tal begleitet.

Parallel zu den beiden Einsätzen im Tegelbergsteig wurde der Einsatzleiter gegen 17:30 Uhr von der Leitstelle über einen weiteren Zwischenfall informiert. Eine 53 jährige Frau war mit ihrer Begleiterin im Abstieg vom Tegelberg vermutlich versehentlich in die „gelbe Wand“ abgebogen. Auf etwa halber Höhe in diesem leichten Klettersteig blockierte die Wanderin - sie klagte über Schwindel und Panikattacken und kam weder vor noch zurück. Nach kurzer Rücksprache des Einsatzleiters mit den Bergrettern am Berg wurde entschieden aufgrund der Uhrzeit und der Position der Wanderin die Bergung aus der Luft durchzuführen. Die Leitstelle alarmierte den Rettungshubschrauber Christoph 17 welcher mittels Bergetau den Einsatz durchführen sollte. Dieser Versuch musste jedoch abgebrochen werden, da die Einsatzstelle denkbar ungünstig zwischen der Seilbahntrasse und einer Felswand lag. Daraufhin wurde ein zweiter Helikopter mit Winde nachalarmiert. Mit dem Rettungshubschrauber Christoph Murnau konnten dann im zweiten Anlauf die blockierte Person und ihre Begleiterin sicher abgeborgen und ins Tal geflogen werden. Beide Personen blieben auch hier unverletzt.

Insgesamt waren an diesem Nachmittag sieben Bergretter im Einsatz, der nach fast acht Stunden kurz vor Einbruch der Dunkelheit gegen 20 Uhr zu Ende ging.