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13.01.2020 Bergwacht Füssen / TH / CK

Internationale Lawinenübung am Tegelberg

Schwangau / Füssen.   Am vergangenen Samstag waren mehr als achtzig Bergretterinnen und Bergretter von den Bergrettungsbereitschaften Kaufbeuren, Steingaden/Peiting, Unterammergau, Bad Kohlgrub und Oberammergau und die Bergretter aus Reutte zu Gast bei der Bergwacht Füssen.

Hintergrund für dieses erstmalige Treffen in diesem Gremium der Bergrettungswachen des Ammergebirges war zum einen, ein gemeinsamer, grenzüberschreitender Austausch rund um das Thema Lawine und zum anderen das Kennenlernen und der Austausch der jeweiligen technischen Rettunsgmittel im Falle eines Lawinenunglücks. Zu Beginn trafen sich alle Bergretter in Füssen früh morgens in der Bergrettungswache Füssen. Nach der ersten Tasse Kaffee wurden die Gäste von Bereitschaftsleiter Hannes Bruckdorfer begrüßt. Einen Einblick in die Tätigkeiten und die Einsatzstrukturen der Bergwachtarbeit in Bayern am Beispiel Füssen und Unterammergau/Oberammergau sowie in die Arbeit der Bergrettung Reutte gaben die verschiedenen Referate der lokalen Spezialisten, wie Ausbildungsleiter und Bergrettungschefs. So bekamen die bayerischen Bergretter einen Einblick in die Strukturen des Tiroler Bergrettungswesens und umgekehrt. An Beispielen aus vergangenen Lawineneinsätzen, wurden noch die Aufgaben des KID Berg (Kriseninterventionsdienstes Berg) und die Möglichkeiten der Betreuung von Helfern nach schweren Einsätzen vorgestellt.

Im Aussenbereich der Bergrettungswache stand das Technikfahrzeug aus Penzberg zur Besichtigung, was im Ernstfall, mit all dem Inventar, unterstützend bei Lawineneinsätzen eingesetzt werden kann. Nach einer gemeinsamen Stärkung ging es in Gruppen nach Schwangau und mit der Seilbahn auf den Tegelberg. Nahe der Bergstation konnten hier, trotz des fehlenden Schnees im Tal, auf einem Lawinenfeld praktische Stationen durchlaufen werden. So wurde die RECCO-Suche (professionelles Suchgerät auf Radarreflektorbasis), die klassische Suche mit dem Lawinenverschüttetensuchgerät, die Arbeit mit der Lawinensonde und das richtige Ausschaufeln eines Lawinenverschütteten trainiert. Die medizinische Betreuung eines Lawinenopfers war ebenos Thema. Eine wichtige und sehr gut angenommene Station behandelte das Thema Digitalfunk im grenzübergreifenden Lawinennotfall. Am Abend fand eine gemeinsame Nachbesprechung der gemachten Erfahrungen des Tages in der Bergrettungswache in Füssen bei einer gemütlichen Brotzeit statt.

Möglich war dieser lehrreiche und aufwendige Tag nur dank der großen Unterstützung der Tegelbergbahn, die  die über 80, in ihrer Freizeit mitwirkenden, Bergretter auf den Berg brachte.