Bergwacht Füssen

Bergwacht Füssen trainiert komplexen Lawineneinsatz

18.01.2026
Füssen / Schwangau: 17.01.2026

Füssener Bergretterinnen und Bergretter haben im Dienstgebiet das Vorgehen bei einem Lawineneinsatz geübt. Ein Einsatzszenario, welches in den letzten Tagen und Wochen leider schon viele Menschenleben gekostet hat. Dabei wurde auch eine neuartige Lastendrohne der Bergwacht Bayern erprobt. Sie ist derzeit bei den BOS-Organisationen (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) in Deutschland einzigartig.
Bergwacht Füssen trainiert komplexen Lawineneinsatz

Füssen / Schwangau: 17.01.2026

Füssener Bergretterinnen und Bergretter haben im Dienstgebiet das Vorgehen bei einem Lawineneinsatz geübt. Ein Einsatzszenario, welches in den letzten Tagen und Wochen leider schon viele Menschenleben gekostet hat. Dabei wurde auch eine neuartige Lastendrohne der Bergwacht Bayern erprobt. Sie ist derzeit bei den BOS-Organisationen (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) in Deutschland einzigartig.

Im Übungsszenario wurde der Einsatzleiter nach einem Lawinenabgang an der Branderschrofen Nordseite alarmiert. Ein Melder berichtete von mindestens zwei bis drei Schneeschuhgehern, die im Hinteren Grüble von einer der Lawine erfasst und verschüttet worden waren. Für Einsatzleitung und Mannschaft galt es, die fiktive Einsatzlage unter realen Bedingungen am Berg abzuarbeiten und dabei insbesondere auf die Sicherheit der eingesetzten Kräfte zu achten. Denn während in vielen Bereichen des Tegelbergs wenig Schnee lag, war die Situation im Übungsgebiet eine andere und heiklere.

Ein Voraustrupp verschaffte sich deshalb zunächst einen Überblick über die Lawinengefahr. Binnen kurzer Zeit konnte zudem ein Teilverschütteter gefunden werden. Er wurde von nachrückenden Kräften versorgt. Dargestellt wurde der Patient von einem Bergwachtmann. Im Zuge der parallellaufenden Suche wurden zunächst zwei weitere Verschüttete gefunden, die ein LVS-Gerät getragen hatten. Eine Vierte Person konnte nur mittels eines Recco-Suchgerätes tief unter der Schneeoberfläche geortet werden. Abgesehen von dem teilverschütteten Patienten wurden alle weiteren Personen durch vergrabene technische Geräte simuliert. Der Patientendarsteller wurde von den Einsatzkräften in einem Akia zunächst durch steiles Gelände auf den Latschenkopf transportiert und anschließend in Richtung Skipiste abgelassen. Ein Hubschraubereinsatz war im fiktiven Szenario aufgrund angenommener schlechter Sichtverhältnisse nicht möglich.

Im Rahmen der Übung kam stattdessen eine neuartige Lastendrohne der Bergwacht Bayern zum Einsatz. Mit ihr wurde Material mit einer Last von bis zu 40 kg pro Flug von der Drehhütte ins Hintere Grüble und zurück transportiert. Unter anderem wurde der Akia für den Patiententransport auf diese Weise nach oben gebracht, anstatt ihn hinaufzutragen. Die Bergwacht Bayern hat für den Betrieb ein eigenes Spezialisten-Team aufgestellt. Bei Bedarf kann es von Bereitschaften zur Einsatzunterstützung angefordert werden. Im Füssener Dienstgebiet wurde die Drohne erstmals erprobt.  Insgesamt verbrachte die Drohne knapp 250 kg Material an die Einsatzstelle und holte diese auch wieder ab.

Aus Sicht der Ausbilder verlief die Übung sehr erfolgreich. Ein Schwerpunkt war das Führen von Kräften bei einem derart komplexen Einsatz mit vielen Einsatzkräften. Neben 25 Aktiven der Bergwacht Füssen und dem dreiköpfigen Drohnenteam war auch ein Vertreter der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei zugegen. Der Tag startete um 07:30 Uhr in der Bergrettungswache Füssen und Ende gegen 16:30 Uhr mit einer Einkehr der Drehhütte.