Bergwacht Füssen

Sieben Einsätze zu Ostern für die Bergwacht Füssen

10.04.2026
Füssen / Schwangau / Buching: 10.04.2026

Nachdem die erste Ferienwoche, vermutlich aufgrund des schlechten Wetters, für die Bergwacht Füssen noch recht ruhig war, wurden Sie ab Karfreitag zu sieben, teilweise anspruchsvollen und zeitintensiven Einsätzen gerufen.
Sieben Einsätze zu Ostern für die Bergwacht Füssen

Füssen / Schwangau / Buching: 10.04.2026

Nachdem die erste Ferienwoche, vermutlich aufgrund des schlechten Wetters, für die Bergwacht Füssen noch recht ruhig war, wurden Sie ab Karfreitag zu sieben, teilweise anspruchsvollen und zeitintensiven Einsätzen gerufen.

Es begann mit einer Alarmierung zu einem Lawineneinsatz mit drei beteiligten Skitourengehern nahe der Kreuzspitze im Ammergebirge. Der Einsatz ereignete sich auf österreichischem Gebiet und wurde daher von den Kameraden aus dem Nachbarland übernommen. Glücklicherweise wurde nur ein Mitglied der 5-köpfigen Skitourengruppe mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus verbracht, der Rest kam mit einem Schock davon.

Am Ostermontag erlitt ein 51 jähriger Familienvater am Buchenberg einen Herzinfarkt und konnte trotzt einer perfekt funktionierenden Rettungskette von der Leien-Reanimation vor Ort bis zur Übergabe in das Herzkatheter im Krankenhaus Füssen nicht mehr gerettet werden.

Direkt im Anschluss an diesen Einsatz wurden die Retter an den Alpsee gerufen. Eine Wanderin stürzte im Osten des Sees aus ca. 2 Meter Höhe vom Weg an das steinige Seeufer und erlitt dabei eine Schulterverletzung, mehrere Rippenbrüche, Brüche der Lendenwirbel sowie einen Kreuzbandriss. Mit dem hinzugezogenen Notarzt aus Füssen wurde die Verletzte in einem Vakuumbett mit der Gebirgstrage von der Einsatzstelle bis ans nahe gelegene Rettungsfahrzeug verbracht und dem Chirurgenteam des Krankenhaus Füssen übergeben.

Am Dienstagmittag erfolgte eine Alarmierung an den Marienbrückenweg des Tegelberg, einem Klassiker in dieser Jahreszeit. Ein 41 Jähriger Urlauber steckte in steilem Gelände bis über die Hüfte im Schnee fest und konnte sich hier nicht mehr selbständig befreien. 3 Bergretter eilten im bodengebunden zu Hilfe und konnten ihn schnell ausgraben. Der Rückzug mit dem Patienten gestaltete sich jedoch schwierig und gefährlich, da die zunehmende Erwärmung sie Lawinensituation wesentlich beeinflusste. Nach dem Abgang einer kleineren Nassschneelawine in der Nähe der Gruppe entschieden sich die Retter einen Hubschrauber zur Unterstützung hinzuzuziehen, welche den Patienten und die drei Bergretter dann ausflog.

Am späten Mittwochnachmittag wurden die Füssener Bergretter erneut an den Buchenberg gerufen. Ein Gleitschirmfliegerpilot verfing sich in knapp 30 Meter höhe in einer Fichte und musste aufwändig geborgen werden. Aufgrund der einsetzenden Dunkelheit wurde der Schirm dann am darauffolgenden Tag geborgen.

Ebenfalls noch am Donnerstag alarmierte die integrierte Leitstelle Kempten die Füssener Bergwacht zu einem im Schnee feststeckenden französischen Touristen nahe der Ahornspitze. Die Lokalisation des verstiegenen Wanderers gestaltete sich, umrahmt von hohen Bäumen rund um die Einsatzstelle schwierig, er konnte jedoch durch die Besatzung eines Polizeihubschraubers und eines Luftretters der Bergwacht Füssen aufgefunden und ausgeflogen werden.

In den Bergen, gerade auf den Nordseiten, herrscht immer noch tiefster Winter. Diese Situation wird sich aufgrund der Wetterprognose in den nächsten Tagen auch nicht ändern. Die Bergwacht Füssen appelliert Wanderer und Bergsteiger auf Zurückhaltung und eine defensive Tourenplanung und bittet auch die heimischen Beherbergungsstätten Ihre Gäste auf die Situation am Berg hin zu weisen.